Anatolij Koch

„Denn wie der Leib ohne Geist tot ist, so ist auch der Glaube ohne Werke tot.“
Jakobus 2,26

Wenn Du schon mit Gott lebst, ist es mein Wunsch, Dich durch dieses Zeugnis durch die Kraft Gottes zu ermutigen.Wenn Du nicht mit Gott lebst, dann soll dir dieses Zeugnis helfen, Gott näher zu kommen und zu verstehen, dass Du niemals ohne Gott das ewige Leben in Jesus Christus bekommst.

Es ist zwei Jahre her, dass der Herr angefangen hat sehr deutlich in meinem Leben zu wirken.

Es gab kein Gebet, in dem ich nicht bat, dass er mich zu seiner Ehre gebrauchen soll. So betete ich drei Jahre lang, das Resultat war aber gleich Null und ich verstand nicht, warum Gott zögerte, denn ich wollte ihm doch dienen. Ich sah um mich herum Menschen, die abhängig, hungrig und dreckig waren und Gott gab meinen Gedanken keine Ruhe, denn vor kurzem war ich selbst noch so und ging genauso dreckig und stinkend über die Straßen dieser Welt und suchte Geld für Alkohol und Drogen.

Dann wurde eines Tages eine Evangelisation von den umliegenden Gemeinden unserer Region in einem Zelt für 2000 Personen organisiert. Es fehlte nur, dieses Zelt mit Menschen zu füllen. So beteten wir in unserem Hauskreis, nahmen Einladungen mit und gingen in die Stadt. An einem Tag standen wir an einem russischen Geschäft und luden Leute ein. Ich merkte, dass es für mich keine Schwierigkeit war, eine Unterhaltung mit Menschen zu führen. Nicht nur ich sprach mit ihnen, sondern auch sie unterhielten sich mit mir, als würden wir uns schon ein Leben lang kennen. So verstand ich, dass Gott schon lange auf meine Gebete antwortete. Er hatte schon alles vorbereitet. Ich brauchte nur aus dem Haus und zu ihnen zu gehen. Gott hatte ihre Herzen mir gegenüber geöffnet.

Die Evangelisation war zu Ende und der ruhige Alltag begann wieder, aber mein Herz war nicht ruhig. Vor meinen Augen standen die Gesichter von hunderten von Menschen, die Hilfe brauchten. Mich zog es zu ihnen. So kam es, dass ich mich Ende des Sommers 2007 eines abends in die Stadt aufmachte. Ich kannte dort einige Stellen, wo sich Abhängige treffen. Bevor ich fuhr, nahm ich bei meinem Vater noch einen Kuchen mit. (Er putzt in einem Geschäft und die unverkauften Backwaren des Tages gelten als Lohn für diese Arbeit.) So kam ich in die Stadt und da verstand ich, wozu Gott mich berufen hatte. Eine Momentaufnahme: Ich rufe einen Abhängigen an, biete ihm etwas zu essen an und vereinbare einen Treffpunkt in der Stadt und er sagt dankbar, dass er gestern Bratkartoffeln gegessen habe und heute die Kartoffelschale davon und das im Zentrum von Europa. Solche bedürftigen und verendenden Seelen berühren mein Herz und motievieren mich ihnen zu dienen. Es vergingen Monate und der Bekanntenkreis wuchs. Es öffneten sich neue Regionen und Wohnungen in denen Bekannte sich versammelten. An einem Abend begegnete ich in der Stadt einem Abhängigen, dem ich Brötchen mitgeben wollte, nur leider hatte ich keine Tüten dabei. Er bat mich zu warten, bis er eine Tüte findet. Ich wartete im Auto etwa zwei bis drei Minuten. Dann stieg ich aus, um etwas frische Herbstluft zu schnappen. Es war dunkel. Das Licht aus dem chinesischen Restaurant, vor dem ich wartete, leuchtete auf den Bürgersteig. Dort stand ein Mann. Er tat so als ob er telefoniere. Als er sah, dass ich aus dem Auto stieg, verschwand er sehr schnell. Ich spürte gleich, dass etwas nicht stimmt. Das Gespür aus meinem früheren Leben habe ich immer noch. Aber da kam der erwartete Mann und ich vergaß davon, denn ich hatte nichts verbrochen. Wir unterhielten uns etwas, ich gab ihm etwas Süßes mit und wollte mich verabschieden. Als ich den Kofferraum geschlossen hatte, wurden wir plötzlich von der Kriminalpolizei umringt. „Hände auf‘s Auto!“, lautete der Befehl. Sie betasteten die Tüte, sahen sich verständnislos an und baten, den Kofferraum zu öffnen. Als sie sahen, was im Kofferraum war, waren sie sprachlos. Sie dachten, dass sie Drogenhändler oder Händler von Diebesgut in die Hände bekommen hatten. Aber das erwies sich als falsch.

In den zwei Jahren in diesem Dienst gab es viele verschiedene Situationen, wo ich sehr deutlich Gottes Hand sah. Das Hauptanliegen aber war nicht, die Leute satt zu bekommen, sondern die verlorenen Seelen zu Jesus Christus zu bringen. In unserer Gemeinde findet an Freitagen die Gruppe „Neues Leben“ statt. Sie ist für Abhängige organisiert worden. Dahin bracht ich diese Menschen. Gott segnet diese Gruppe sehr. Menschen bekehren sich dort und geben ihr Leben Jesus Christus. Viele Menschen sind durch diesen Dienst zu Therapien in Gemeinden gekommen.

Es gab einen Abend in dieser Gruppe, an den ich mich ein Leben lang erinnern werde. Wir hatten viele Abhängige von den Straßen mitgebracht. Es war eine gesegnete Gemeinschaft. Von den vielen, die wir mitgebracht hatten, bekehrten sich drei an diesem Abend. Zwei davon gingen gleich zu einer christlichen Therapie. Eine Frau ließ das Trinken und folgt seit dem Jesus nach. Seit zwei Jahren fahren wir jeden Freitag mit dem Gemeindebulli und sammeln Abhängige zur Gemeinschaft. Es gab kein einziges Mal, dass wir ohne Leute kamen. Gott der Herr stellt uns jedes Mal Seelen in den Weg, die ehrlich nach Befreiung suchen. Zurzeit machen 5 Brüder diesen Dienst. Wir nennen uns: „Das Fischernetz“. Ebenso fahren wir seit zwei Jahren jeden Dienstag und Donnerstag mit einem speziell umgerüsteten Wagen und verteilen Brot, geistliche Literatur und CDs mit Predigten, Liedern, Gedichten usw. Unser Netz fängt Seelen aus verdorbenen und sündigen Gewässern und setzt sie in lebendiges Wasser, welches Jesus Christus ist. Natürlich würde dieser Dienst niemals dieses Ausmaß erreichen, wenn er nicht durch die Gemeinde, Pastoren und die Leiter der christlichen Therapien unterstützen würde. Das Auto, mit dem das Brot verteilt wird, bezahlt die Gemeinde, die Versicherung, Steuer, Sprit und Telefon, alles Dank Jesus Christus. Weißt du, lieber Freund, als ich diesen Dienst begann, dachte ich nicht an den morgigen Tag. Darum hat sich der Herr gekümmert. Vielleicht denkst du heute auch: „Womit soll ich anfangen? Lass mich dir einen Rat geben: Geh einfach und verkündige die gute Botschaft von Christus. Alles andere wird Gott auf sich nehmen. Ein Jahr nachdem dieser Dienst gegründet wurde, wurde ein weiterer Dienst angefangen. Zuerst bei mir Zuhause und jetzt in der Gemeinde. Wir sammeln Abhängige jede Donnerstag und essen zusammen Abendbrot, spielen Billard, singen Lieder und lesen das Wort Gottes. Während wir Menschen zu diesen Abenden einladen, bereiten Frauen aus der Gemeinde eine warme Mahlzeit zu. Auf solchen Abenden gibt Gott die Möglichkeit Freundschaften mit diesen Menschen zu schließen. Zurzeit beträgt der Radius für unseren Dienst ca. 80 Kilometer. Zu etwa 200 Abhängigen halten wir Kontakt. Es sind natürlich viel mehr, aber gerade diese sind bereit von dem gekreuzigten Christus zu hören.

Lieber Freund, dieses Heftchen, das du in den Händen hältst hat das Ziel, dich zu Jesus zu führen und dir zu helfen, den Weg zu Jesus zu finden. Ich wünsche sehr, dass du diesen Schritt, den du niemals bereuen wirst, machst. Wenn du noch nie von christlichen Therapien gehört hast, dann lass dir sagen, dass es sie gibt und eine davon wartet auf dich. Ich habe selbst eine dieser Therapien gemacht. Gott hat mich sehr gesegnet und segnet mich bis auf diesen Tag. Weißt du, was das Interessanteste ist, ich bin kein Stück besser als Du. Alle Ehre soll Jesus Christus gelten.

Anatolij Koch