Eugen Walmann

Ich bin in einer Familie geboren und aufgewachsen, in der man gerne Alkohol trank. Als kleines Kind wurde ich getauft, aber das hatte für mich keine Bedeutung. Schon in der Kindheit begann ich zu rauchen. Mein Vater kam oft betrunken von der Arbeit und begann einen Streit. Auch meine Mutter trank sehr oft. Als ich zehn Jahre alt war, verließ uns die Mutter und bis zum heutigen Tag habe ich sie weder gesehen noch etwas von ihr gehört. Ein Jahr lang lebten wir zu dritt, ich habe noch eine ältere Schwester. Dann brachte mein Vater unsere Stiefmutter ins Haus. Sie war kein schlechter Mensch, trank nicht, war fleißig und häuslich, aber auf mein Leben hatte sie keinen Einfluss. Ich lebte mein Leben weiter wie bisher. In meiner Kindheit suchte ich immer das, was ein normales Kind braucht – Liebe, Wärme und Aufmerksamkeit. Ich suchte jemanden, mit dem ich meine Sorgen teilen oder einfach nur sprechen konnte. Weil ich zuhause diese Dinge nicht fand, versuchte ich es auf der Straße, aber außer Zigaretten, Alkohol und Haschisch fand ich nichts. Meine Erziehung fand auf der Straße statt. Mit 15 Jahren zog ich mit meiner Schwester nach Deutschland, aber auch hier veränderte sich nichts. Ich rauchte, trank und kiffte. Am Anfang schien alles in Ordnung zu sein: Schule, Arbeit und Geld; aber die Welt lockte mich immer mehr. Ich begann mehr zu trinken, probierte andere Drogen aus und versank immer tiefer in der Sucht. Als ich mir das erste Mal Drogen spritzte, nahm ich eine Überdosis. Ich verdanke es Gott, dass ich am Leben geblieben bin. Trotzdem spritzte ich weiter, und nach einiger Zeit verlor ich meine Arbeit. Da hörte ich mit dem Spritzen auf, begann aber stattdessen jeden Tag zu trinken. Mit 24 Jahren fing ich an, nachzudenken und mir die Frage zu stellen, wie es weiter gehen soll. Es musste sich etwas in meinem Leben verändern. Ich konnte und wollte nicht mehr so weiterleben. Manchmal redete ich sogar mit Gott. In meinem Inneren wusste ich, dass es irgendeinen Gott geben musste und so lehnte ich seine Existenz nicht ab. Man sagte mir schon früher, dass ich in die Kirche gehen sollte, aber ich war damals nicht dazu bereit. Aber jetzt, als mich die Lebensumstände in die Enge getrieben hatten, begann Gott durch die Gebete meiner Oma zu mir zu sprechen und ich beschloss, in die Kirche zu gehen. An einem Sonntag machte ich mich dann auf den Weg und ging zum Gottesdienst. Ich wusste, dass es an meinem Wohnort eine Gemeinde gab, aber ich kannte die Adresse nicht. Ich ging trotzdem. Ich fragte die Passanten, aber niemand wusste, wo sie war. Ich suchte weiter und fand sie dann. Gott selbst führte mich und zeigte mir den Weg. So begann ich die Gottesdienste zu besuchen. Da fand ich das, was ich all die Jahre gesucht hatte. Später kam auch meine Schwester dazu. Eines Tages bot mir der Pastor der Gemeinde an, zu ihm zu ziehen. Ich kannte schon die Jugendlichen der Gemeinde und mein Problem war ihnen bekannt. Ich war mit dem Pastor einverstanden Gott befreite mich! EVANGELIUM HINTER STACHELDRAHT 1.2013 • ZEUGNISSE 11 Und ich weiß nicht warum, aber ich war zu allem bereit. Das war meine letzte Hoffnung ein neues Leben anzufangen. Und Gott befreite mich! Als ich am nächsten Morgen aufwachte, hatte ich kein Verlangen mehr zu rauchen oder zu trinken. Zum ersten Mal fühlte ich mich frei, begann jeden Tag zu beten und in der Bibel zu lesen. Nach zwei Monaten verstand ich, dass Christus auch für mich gestorben ist. „Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass Er Seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an Ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.“ (Johannes 3,16) Da bekehrte ich mich. Sieben Jahre lang lebe ich nun schon mit Gott, in Jesus Christus. Jesus hat mir Frieden und Freude geschenkt. Er hat mir eine wunderbare Frau gegeben – auch das ist ein Wunder. Meine Frau lebt schon seit 11 Jahren mit Gott und hat schon für mich gebetet, als ich noch abhängig war. Ich bin überzeugt, dass Gott mich zu ihr, zu meiner Frau, führte. Jetzt kann ich sagen: „Denn Christus ist mein Leben, und Sterben ist mein Gewinn.“ (Philipper 1,21) Es ist nicht immer leicht im Leben, aber ich habe das ewige Leben bekommen.

Liebe Leser, wenn jemand von euch vielleicht schon sehr lange unterwegs auf der Suche nach einem Ausweg und müde von diesem Leben ist, dann suche er weiter und bleibe nicht stehen. Gott wird sich ihm unbedingt offenbaren. In der Bibel steht geschrieben, dass jeder der sucht, auch findet. Gott möge euch segnen.

Eugen Walmann