Trübsal und Angst über alle Seelen der Menschen, die Böses tun …“
Römer 2,9
Ich heiße Sergej Nasarov und bin 25 Jahre alt. Geboren bin ich in Kasachstan, ca. 130 km von der Hauptstadt Astana entfernt. Meine Eltern sind gläubige Christen (Baptisten), daher kannte ich Gott von klein auf, ging in eine Gemeinde, nahm an den Gottesdiensten teil, trug Gedichte vor, sang und bekam Musikunterricht. Andrerseits war ich ungehorsam, benahm mich schlecht in der Schule und lernte nicht. Mich zog es in die Welt. Alles war so verlockend und schön. Ich wollte „cool“, reich und stark sein. Das kriminelle Leben lockte mich, obwohl man mich zuhause anderes lehrte. Ich führte ein Doppelleben. Natürlich gab es auch Situationen der Umkehr, sogar den Wunsch Gott zu dienen, aber ich wählte ein ganz anderes Leben: Freunde, Alkohol und hunderte von Vergnügungen. Ungefähr mit 16 Jahren hörte ich auf die Gottesdienste zu besuchen, begann von daheim wegzulaufen oder ging weg und übernachtete woanders. Meine Eltern versuchten mich auf jede erdenkliche Weise aufzuhalten, aber ich war nicht zu bändigen. Ich begann zu rauchen, Rauschgift zu nehmen und zu trinken. Später kam Haschisch dazu; dieses rauchte ich wie ein Besessener vom frühen Morgen bis zur späten Nacht und konnte mir das Leben ohne den Drogenkonsum nicht mehr vorstellen. Gleichzeitig trieb ich Sport, damit ich mich auf der Straße sicherer fühlte und ich hatte eine Freundin. Bis zu einem bestimmten Punkt schien alles gut und nicht so schlimm zu sein, wie meine Eltern sagten. Dass es ohne Gott nichts Gutes im Leben gibt, wusste ich. Ich wusste auch, dass der Teufel alle verderben und in die Hölle bringen will und dass ich, wenn ich nicht aufhörte, so zu leben, umkommen würde. Angst war da; ich glaubte an Gott und daran, dass man Rechenschaft für sein Leben ablegen muss. Bald war ich vom Leben enttäuscht. Mir fiel es wie Schuppen von den Augen. Nur Lüge, Verrat, Betrug. Ich bemühte mich gerecht zu leben, aber bald begann ich selbst zu betrügen und den eigenen Gewinn zu suchen. Ich glaubte keinem Menschen, auch nicht den Frauen und hielt fast alle für käuflich. Ich wurde ganz verbittert. Mit ungefähr 21 Jahren kam Heroin in mein Leben. Zuerst nahm ich es selten und vorsichtig. Mir gefiel dieses „Gift“ sehr! Mit 22 Jahren zog ich nach Deutschland. Meine ganze Familie (Eltern, Brüder, Schwestern – von zehn Geschwistern bin ich der Älteste) blieb in Kasachstan. Mit der Ankunft in Deutschland begann ich noch mehr in der Sünde zu versinken: Ich rauchte, nahm Alkohol und chemische Drogen zu mir, hurte. Ich begann wieder Heroin zu nehmen, wurde sehr abhängig, spritzte mir selbst Methadon und anderes; alles was man durfte und nicht durfte. Es begann der Prozess des Degradierens … Aber Gott, in seiner großen Liebe zu mir Sünder, begnadigte mich dank der Gebete meiner Eltern, Verwandten und anderer gläubiger Menschen. Ich sah keinen Sinn darin, so weiter zu leben. Und ich hatte einen Vorteil gegenüber denen, die von Gott nichts wussten. Ich kannte den Ausweg aus dieser Situation und dieser Ausweg ist Jesus Christus. Ich musste ihn nur um Vergebung bitten und mit seiner Hilfe ein neues Leben anfangen. Ich bekam den Wunsch alles zu lassen. Ich machte mich auf den Weg, um eine christiche Therapie in Anspruch zu nehmen. Man kann sagen ich fuhr hin, um mich zu bekehren. Fünf Tage nach Beginn der Therapie im Februar 2010 bat ich Gott um Vergebung meiner Sünden und in meinem Herzen wurde es still und ruhig. Frei von Allem! Wenn ich früher versucht hatte, selbst alles zu lassen, gelang es mir nicht, aber jetzt kann ich mit Gott alles. Jetzt bin ich schon ein Jahr und zwei Monate im Rehabilitationszentrum. In zwei Monaten werde ich getauft: Ich schließe einen Bund mit dem Herrn Jesus Christus. Gott tut Wunder in unserem Leben und wir preisen ihn. Hier befinden sich genau solche Drogenabhängige wie ich es gewesen bin, Verbreche und Alkoholabhängige. Und wir gehören alle zum Evangelium hinter stacheldraht 2/2011 • 12 Zeugnisse der „Ehemaligen“, weil Gott uns befreit hat. Wir dienen ihm so, wie jeder von uns es kann: besuchen Gemeinden, singen, erzählen von Gottes Wundern in unserem Leben. Preis und Ehre ihm in Ewigkeit. Amen.
Lieber Freund, vielleicht bist Du noch jung und befindest Dich erst am Anfang des sündigen Weges, den ich gegangen bin und du denkst, dass bei Dir alles anders sein wird. Möglich ist es, aber wisse: Der Lohn der Sünde ist der Tod! Oder Du hast dich verheddert, befindest Dich in einer Sackgasse und siehst keinen Ausweg. Wisse, es gibt immer einen Ausweg. Ein echter Ausweg ist nur in Gott. Die Bibel sagt: „Denn wer den Namen des Herrn anrufen wird, soll gerettet werden.“ (Römer 10,13) Sei weise; triff die richtige Wahl in Deinem Leben. Wähle das ewige Leben! Möge Gott Dich bei dieser Entscheidung segnen.
Sergej Lorenz Minden